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Ceramide

Ceramide - dahinter verbirgt sich ein Sammelbegriff für eine bestimmte Klasse an Lipiden, also Fetten. Ceramide spielen eine besonders wichtige Rolle für eine intakte Hautbarriere. Fehlen sie, so äußert sich dies oftmals in trockener, schuppiger oder rissiger Haut. Erfahren Sie hier, wie eine Pflege mit Ceramiden Zustand und Feuchtigkeitsgehalt der Haut verbessern kann.

Fachgeprüfte Informationen:
dank der Biochemikerin
Dr. S. Schunter aus München.

Faktenübersicht Ceramide:

  • Inhaltsstofflisten-Name (INCI): „Ceramide“ + Buchstabenkombination aus N, A, O, S, P, H
  • Wirkung: regenerierend, barrierestabilisierend, schützend
  • Anwendungsempfehlung: Cremes und Masken
  • Hauttypen: für alle Hauttypen geeignet, jedoch besonders bei trockener und empfindlicher Haut

Ceramide – die Grundlagen

Ceramide sind eine Gruppe von Lipiden, die sich jeweils aus Fettsäure und dem sogenannten Sphingosin zusammensetzen. Sie kommen natürlicherweise in der Haut vor, wobei die Forschung derzeit davon ausgeht, dass es mindestens 9 verschiedene Ceramidtypen gibt:

  • Ceramide NH
  • Ceramide NP
  • Ceramide NS
  • Ceramide AP
  • Ceramide AH
  • Ceramide AS
  • Ceramide EOP
  • Ceramide EOS
  • Ceramide EOH

Diese Benennung basiert auf einem Buchstabensystem (N, A, O, S, P, H), das sich von der zugrundeliegenden Struktur ableitet.

Auch wenn Ceramide in der Natur vorkommende Verbindungen sind, werden sie für den Gebrauch in Hautpflegeprodukten hauptsächlich biotechnologisch bzw. synthetisch in einem aufwändigen Verfahren hergestellt. Nicht ganz günstig, doch die Mühe lohnt sich, denn die so gewonnenen Endprodukte verhalten sich hautidentisch und rufen somit keine Irritationen hervor. Zudem sind sie bereits in niedrigen Konzentrationen (0,05-1%) überaus wirksam.

So wirken Ceramide auf die Haut

Ceramide sind ein wichtiger Bestandteil der Hautstruktur. Eine besondere Bedeutung haben sie für unsere Hautbarriere. Hier bilden sie einen Großteil des "Kits", der die Hautzellen zusammenhält. Zum Verständnis hilft das Bild einer Mauer aus Ziegeln und Mörtel: die Ceramide machen dabei einen hohen Anteil des Mörtels aus, der die Ziegelsteine (Hautzellen) zusammenhält. Nur wenn Ziegel und Mörtel zusammenkommen, entsteht eine stabile und dichte Mauer. Übertragen auf die Hornschicht (die oberste Hautschicht, Stratum Corneum) bedeutet dies, dass sie weniger Wasser verliert und besser durchfeuchtet bleibt.

Fehlen hingegen Ceramide in der Haut, kann diese Wasser schlecht halten und ist insgesamt eher trocken. Die Folge: schuppige und rissige Haut. Die dermatologische Forschung konnte beobachten, dass vor allem vorgeschädigte und sehr trockene Haut besonders positiv auf Ceramide reagiert. So zeigt sich ein weniger hoher transepidermalen Wasserverlust (TEWL), eine verbesserte Barrierefunktion und ein glatter wirkendes Hautbild. Auch reife Haut, die von sich aus weniger Ceramide produziert, spricht gut auf eine Pflege mit Ceramiden an. Nicht umsonst werden Ceramide auch als Inhaltsstoffe mit Anti-Aging Wirkung gehandelt. Zuletzt bleibt zu erwähnen, dass Ceramide nicht nur auf gealterter Haut, sondern auch bei Hautzuständen mit gestörter Barrierefunktion und Neurodermitis eine positive Wirkung entfalten.

Ceramide in Hautpflegeprodukten

Naturgemäß lösen sich Ceramide nicht in Wasser. Daher finden sich Ceramide vor allem in Cremes mit Fettbasis. Gängige Produkttypen mit Ceramiden sind oftmals reichhaltige und pflegende Cremes, die die Regeneration fördern und unterstützen sollen. Dabei sind die enthaltenen Ceramide zumeist Begleitstoffe, die sich in einen Kontext weiterer pflegender Inhaltsstoffe einfügen, um die Hautbarriere zu stärken und bei Bedarf zu reparieren. Denn eine gesunde Hautbarriere bedeutet auch immer, dass die Haut gut befeuchtet ist, prall und frisch aussieht und keine Rötungen, Schuppungen oder trockenen Stellen zeigt.

FAQ Ceramide

Wie erkennt man eine barrierestabilisiernde Hautpflege mit Ceramiden?

Zunächst ganz offensichtlich, indem man die Inhaltsstoff-Liste auf „Ceramide“ hin scannt. Jedoch können sie sich gewissermaßen auch hinter anderen Stoffen verstecken. So bilden Linolsäure, Sphingolipide und Phytosphingosin Ceramid-Vorstufen, die dabei helfen, mehr Creamide in den oberen Hautschichten zu produzieren.

Werden Ceramide mit weiteren Pflegestoffen und Bestandteilen der Hautbarriere kombiniert, z. B. Phospholipide oder Cholesterol, wirkt sich dies sehr günstig aus. Auch der Zusatz von Antioxidantien zum Schutz der Ceramide vor Oxidation, kann sich als sinnvoll erweisen. Antioxidantien machen vor allem dann Sinn, wenn das ceramid-haltige Pflegeprodukt nicht in Tuben, Airless-Spendern oder einer anderen luftdichten Verpackung angeboten wird.

Eignen sich Ceramide auch für die Haarpflege?

Haare, denen Ceramide fehlen, erscheinen oftmals stumpf, trocken, glanzlos und brüchig. Shampoos, Haarkuren oder Leave-In Produkte mit Ceramiden können die Schuppenschicht der Haare stärken und brüchige Stellen teilweise kitten.

Welches der verschiedenen Ceramide ist das wichtigste für die Haut?

Es lässt sich nur schwer ein einzelnes unter den verschiedenen Ceramiden benennen, das für die Haut als das beste oder wirkungsvollste angesehen werden kann. Je nach Hautschicht unterscheidet sich die Verteilung der Ceramidklassen. Da Hautpflege jedoch vorrangig den Bereich der Hornschicht adressiert, legen Dermatologen nahe, dass sich die in der Hornschicht am häufigsten anzutreffenden Ceramide NP und Ceramide EOS besonders gut für die Hautpflege eignen.

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Ceramid Cremes

Cremes mit Ceramiden stellen der Hautbarriere fehlende Bausteine bereit und können sie so stärken.

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Masken mit Ceramiden

Eine pflegende Maske mit Ceramiden schenkt gestresster Haut Momente der Entspannung und Erholung.

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Über die Autorin Dr. Sarah Schunter:

Wer versteht, wie kosmetische Inhaltsstoffe agieren, setzt den ersten Schritt für eine wirksame Hautpflege“, sagt Dr. Sarah Schunter. Als promovierte Biochemikerin entwirrt sie mit Vorliebe die oftmals kryptischen Inhaltsstofflisten von Hautpflegeprodukten: was steckt drin und wie wirkt es. Sie ist überzeugt: Mit diesem Wissen kann für jeden Hauttyp und jeden Hautzustand die richtige Pflege ermittelt werden.

Fachgeprüfte Informationen:
dank der Biochemikerin
Dr. S. Schunter aus München.

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Literaturangaben

Coderch et al., Ceramides and skin function.
Am J Clin Dermatol. 2003;4(2):107-29.

van Smeden et al., The important role of stratum corneum lipids for the cutaneous barrier function.
Biochim Biophys Acta. 2014 Mar;1841(3):295-313.

Wartewig et Neubert, Properties of ceramides and their impact on the stratum corneum structure: a review. Part 1: ceramides.
Skin Pharmacol Physiol. 2007;20(5):220-9.