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Wie finde ich die passende Sonnenpflege?

Sonnencreme ist nicht gleich Sonnencreme: Wie jedes andere Pflegeprodukt, sollte auch sie zum jeweiligen Hautzustand und den individuellen Bedürfnissen passen. Bietet das Sonnenschutzprodukt darüber hinaus ein angenehmes Tragegefühl, nehmen wir sie umso lieber in unsere Pflegeroutine auf.

Was die jeweiligen „Hauttypen“ bei der Suche nach ihrer perfekten Sonnenpflege beachten sollten, lesen Sie in unserem Artikel.

Fachgeprüfte Informationen:
dank der Biochemikerin
Dr. S. Schunter aus München.

Sonnenschutz: die Qual der Wahl

Sonnenschutzprodukte gibt es in unzähligen Variationen: Lotionen, Emulsionen, Öle, Cremes, Gele, Sprays oder Sticks. Die jeweils verschiedenen Zubereitungen gibt es dazu noch mit verschiedenen Filterkombinationen - für Körper oder Gesicht sowie für empfindliche, trockene, ölige oder Mischhaut. Außerdem mit Tönung oder ohne, mit Duftstoffen oder komplett parfümfrei – es kommt also nicht von ungefähr, dass es so viele verschiedene Sonnenschutzprodukte auf dem Markt gibt.

Natürlich können wir einfach ins Regal greifen und die erstbeste Sonnencreme kaufen. Doch wenn Sie sich ein Produkt wünschen, die zu Ihrem Lebensstil und Ihren individuellen Hautbedürfnissen passt und sich darüber hinaus angenehm auf der Haut anfühlt, lohnt es sich genauer hinzuschauen.

Sonnenpflege für normale Haut

Normale Haut zeichnet sich durch einen ausgeglichenen Feuchtigkeitsgehalt und eine intakte Hautbarriere aus. Sie reagiert selten auf sensibilisierende Stoffe und ist weder zu trocken noch zu fettig. Daher eignen sich hier verschiedene Sonnencremes und Sonnenlotionen gut. Während viele in ihrer Hautpflege auf Produkte mit Alkohol (INCI: Alcohol oder Alcohol denat.) verzichten, kann der Zusatz von Alkohol bei Sonnencremes durchaus vertretbar sein. Für ein angenehmeres Hautgefühl und eine leichtere Verteilbarkeit, enthalten manche Sonnencremes Alkohol. Normale und unempfindliche Haut toleriert dies gut.

Sonnenpflege für empfindliche Haut

Bei empfindlicher Haut sollte das Sonnenschutzprodukt möglichst wenig irritierende Inhaltsstoffe enthalten. Dazu zählen etwa Duftstoffe, ätherische Öle, Parfüm, Zitrus- oder Fruchtextrakte. Alle diese Inhaltsstoffe haben keine pflegenden Eigenschaften, sie auszuschließen minimiert jedoch die Gefahr möglicher Irritationen. Auch Alkohol kann in Sonnencremes unter Umständen problematisch für empfindliche Hauttypen sein. Abhängig von der individuellen Empfindlichkeit sollten Sonnencremes daher möglichst keinen Alkohol enthalten - oder zumindest nur geringe Mengen, die mitunter individuell gut toleriert werden. Riecht das Produkt bereits beim Auftrag alkoholisch, ist das ein Zeichen für einen hohen Alkoholanteil.

Sonnenpflege für trockene Haut

Trockener Haut fehlt es an hauteigenen Lipiden, sie weist einen niedrigen Feuchtigkeitsgehalt auf und zeigt häufig eine gestörte Hautbarriere. Das passende Sonnenschutzprodukt ist hier eine klassische Sonnencreme mit pflegenden und feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffen. Idealerweise ist kein oder nur sehr wenig Alkohol enthalten und die Beduftung fällt minimal aus. So vermeiden Sie die Gefahr von Irritationen oder einer Sonnenallergie.

Sonnenpflege für fettige Haut

Sonnencremes und Sonnenschutzprodukte für fettige oder ölige Haut sind oftmals in einer Art und Weise formuliert, dass sie auf der Haut gut abtrocknen und ein angenehmes Hautgefühl hinterlassen. Bei den Produkten handelt es sich meist weniger um Cremes, sondern vielmehr um leichte Lotionen, Emulsionen, Sprays oder Gele. Oft enthalten diese Produkte jedoch viel Alkohol. Dies kann die Haut unter Umständen tolerieren, es kann aber auch problematisch sein. Daher sollte die Verträglichkeit individuell ausgetestet werden. Im Zweifel gilt auch hier: geringe Mengen an Alkohol sind meist verträglich, sobald das Produkt aber alkoholisch riecht, ist es zu viel des Guten.

Sonnenpflege für Kinder

Die Haut von Babys und Kleinkindern ist besonders empfindlich, da sich Haut und Hautstruktur noch in der Entwicklung befinden. Daher ist das Vorgehen bei der Wahl von Sonnenschutzprodukten zunächst ein ähnliches wie das für empfindliche Haut: keine Duftstoffe, kein Parfum, keine irritierenden Zitrus- oder Pflanzenextrakte, keine ätherischen Öle, kein Alkohol. Zudem sollte genauer auf potenziell sensibilisierende Filter geachtet werden.

Folgende UV-Filter werden in Sonnencremes für Babys und Kinder oft gemieden:

  • Octocrylene
  • Octyl Methoxycinnamate
  • Homosalat
  • 4-Methylbenzylidene Camphor
  • Benzophenone-3/-4/-5
  • Ethylhexyl Dimethyl PABA

Stattdessen sollten moderne UV-Filter mit hohem Schutz verwendet werden. Dies lässt sich am effektivsten durch eine Mischung aus organischen und anorganischen (mineralischen) Filtern erreichen. Jedoch sind viele Sonnencremes für Babys und Kinder auch rein mineralisch formuliert. Dies reduziert zusätzlich das Irritationspotenzial ist gleichzeitig aber mit dem charakteristischen weißen Schleier verbunden. Eine nicht weißelnde mineralische Sonnencreme gibt es praktisch nicht. Ein fehlender weißer Schleier ist in der Regel Hinweis auf eine zu geringe Auftragsmenge. Weiteres Manko: mineralische Sonnencremes ohne Alkohol sind oftmals pastös und lassen sich nur schwer verteilen.

Welchen Lichtschutzfaktor sollten wir verwenden?

Bei der Anwendung von Sonnenschutzmitteln wird in der Regel viel zu wenig Produkt verwendet. Für einen ausreichenden Schutz macht es daher Sinn, mindestens einen SPF30 zu verwenden. Alles darunter schützt die Haut nur unzureichend. Je höher außerdem der Schutz vor UVB-Strahlen ist – angegeben über den SPF bzw. LSF – desto höher ist auch der Schutz gegenüber UVA-Strahlung. UVB-Strahlen sind vor allem für den Sonnenbrand verantwortlich, während UVA-Strahlen nachhaltigen Schaden wie Hautalterung, Falten aber auch Hautkrebs verursachen. Sofern nicht anders angegeben, entspricht der UVA-Schutz einer Sonnencreme in Europa stets mindestens einem Drittel des SPFs. Wer also einen SPF 30 verwendet, erreicht bei korrekter Auftragsmenge einen UVA-Schutz von 10.

Über die Autorin Dr. Sarah Schunter:

„Wer versteht, wie kosmetische Inhaltsstoffe agieren, setzt den ersten Schritt für eine wirksame Hautpflege“, sagt Dr. Sarah Schunter. Als promovierte Biochemikerin entwirrt sie mit Vorliebe die oftmals kryptischen Inhaltsstofflisten von Hautpflegeprodukten: was steckt drin und wie wirkt es. Sie ist überzeugt: Mit diesem Wissen kann für jeden Hauttyp und jeden Hautzustand die richtige Pflege ermittelt werden.

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