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Mineralstoffe

Jod

Jod ist ein essenzielles Spurenelement, das der Körper dringend braucht, um funktionsfähig zu bleiben - er kann es aber nicht selbst herstellen. Wie führt man also dem Körper Jod zu, welche Jodmenge ist die richtige und wie hängen das Spurenelement und die Schilddrüse zusammen? Wir verraten dir alles, was du über Jod wissen musst.

KURZ & KNAPP: JOD

  • Jod ist ein essenzielles Spurenelement, das der Körper nicht selbst herstellen kann und das daher mit der Nahrung zugeführt werden muss.
  • Jod wird vor allem für die Produktion der Schilddrüsenhormone benötigt.
  • Jodmangel kann zur Entstehung eines Kropfes oder einer Schilddrüsenunterfunktion beitragen und so die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigen.
  • Jodiertes Speisesalz hilft den täglichen Jodbedarf zu decken.
  • Milch und Milchprodukte sowie Fisch sind ebenfalls jodreiche Lebensmittel.
  • Eine übermäßige Jodaufnahme ist nur für bestimmte Risikogruppen von Bedeutung.

Was ist Jod?

Chemisch gesehen ist Jod ein Halogen. In der Natur kommt es in gebundener Form auf vielfältige Weise vor: Als Bestandteil von Böden und Steinen wird es mit der Zeit durch die Witterung abgetragen und durch Regen ausgewaschen, gelangt über das Grundwasser in die Meere und wird hier von Pflanzen und Lebewesen aufgenommen. Dieser Kreislauf erklärt, weshalb Gebirgsregionen seit der Eiszeit allmählich zu Jodmangelgebieten geworden sind und warum Seefisch, Meerestiere und Algen viel Jod enthalten.¹

Warum ist Jod wichtig?

Jod ist für den menschlichen Organismus lebenswichtig – und das, obwohl der Körper es nicht selbst herstellen kann! Jod ist also ein essenzielles Spurenelement. Es wird hauptsächlich für die Herstellung der Schilddrüsenhormone benötigt: Die bedeutsamsten Vertreter – Thyroxin (T4) und dessen aktive Form, das Trijodthyronin (T3) – enthalten vier beziehungsweise drei Jod-Atome und bestehen damit zu etwa 60 Prozent aus Jod.¹

Wie wirkt Jod im menschlichen Körper?

Im Körper wirkt sich Jod auf die Funktion der Schilddrüse aus. Um eine gesunde Schilddrüsenfunktion zu gewährleisten, ist eine angemessene Jodversorgung also nicht zu unterschätzen. Der Grund: Die Schilddrüse ist Steuerzentrum oder regulierende Instanz für viele wichtige Vorgänge im menschlichen Körper.

Erkrankt die Schilddrüse, können z.B. die folgenden Funktionen des Körpers beeinträchtigt werden:¹,²,³

  • Reifungs- und Wachstumsprozesse von Organen, Muskeln und Knochen
  • Entwicklung von Gehirn und Nervensystem
  • Regulation des Herz-Kreislauf-Systems
  • Funktion des Immunsystems
  • Zellfunktion, Energieumsatz und Wärmeproduktion
  • Verdauungs- und Stoffwechselprozesse
  • Fruchtbarkeit
  • Stressverarbeitung und Psyche

Worin ist Jod enthalten?

Durch die in Deutschland herrschenden geochemischen Bedingungen enthalten hierzulande Ackerböden, Weideflächen und Trinkwasser nur geringe Mengen Jod. Dementsprechend sind auch pflanzliche und tierische Lebensmittel von Natur aus jodarm.⁴,⁵

Natürlich jodreich sind jedoch Seefisch, Meerestiere und Algen. Außerdem konnte durch den weltweiten Einsatz einer universellen Jodanreicherung von Salzen – auch im Tierfutter von Milchkühen – der Jodgehalt von Milch und Milchprodukten erhöht werden.³,⁴,⁵ 

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Jodhaltige Nahrung tierischer Herkunft:⁶

Jodgehalt in Mikrogramm je 100g:

Kabeljau 229

Miesmuschel 150

Thunfisch in Öl 149

Bismarckhering 91

Seelachs 88

Scholle 53

Makrele 50

Lachs 34

Rinderleber 14

Schweineschmalz 10

Hühnerei (1 Stück) 9

Edamer 5

Speisequark 4

Kuhmilch 3

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Jodhaltige pflanzliche Nahrung:⁵,⁶

Jodgehalt in Mikrogramm je 100g:

Getrocknete Algen (Nori) 2160

Jodsalz 2000

Kleie 31

Champignons 18

Brokkoli 15

Erbsen 14

Erdnusskerne 13

Spinat 12

Porree 9

Roggenbrot 9

Rettich 8

Weißbrot 6

Getrocknete Aprikosen 3

Kartoffeln 2

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Welche Möglichkeiten zur Jodeinnahme bestehen?

Normalerweise erfolgt die Jodzufuhr hauptsächlich mit der Nahrung. Doch der Jodgehalt der Lebensmittel kann beträchtlich variieren und durch geochemische und kulturelle Bedingungen beeinflusst werden. Die Verwendung von jodiertem Speisesalz stellt daher die einfachste und effektivste Maßnahme dar, um eine ausreichende Versorgung mit Jod zu gewährleisten.²,³,⁵ Ob eine Jodsupplementierung notwendig/ratsam ist, entscheiden die behandelnden Ärzt*innen.

Wie viel Jod soll man zu sich nehmen?

Jodmangel ist in Deutschland weit verbreitet und kann nur durch eine ausreichende Zufuhr von Jod über jodreiche Nahrung oder – in speziellen Fällen – durch die Einnahme von Jodtabletten verhindert werden.⁴,⁵
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Jugendliche und Erwachsene zwischen 13 und 50 Jahren eine tägliche Jodzufuhr von 200 Mikrogramm.⁷
Mit steigendem Alter sinkt der Tagesbedarf an Jod leicht, sodass die Empfehlung hier 180 Mikrogramm Jod pro Tag lautet. Auch bei Kindern vor der Pubertät sowie bei Säuglingen liegen die nach Alter gestaffelten Referenzwerte unter der allgemeinen Empfehlung.⁷

Jodmangel: Welche Anzeichen gibt es?

Ist die Schilddrüse ausreichend mit Jod versorgt, enthält sie etwa 8-15 Milligramm
Jod. Durch diesen gefüllten Speicher kann eine erniedrigte Jodzufuhr kurzzeitig
kompensiert werden. Erst eine längerfristige Unterversorgung führt zu einem
Jodmangel.¹

Typische Symptome eines Jodmangels zeigen sich nicht direkt. Indirekte Anzeichen einer Unterversorgung mit Jod ergeben sich durch den engen Zusammenhang zwischen Jod und Schilddrüse:¹,²,³

  • Struma: Eine Vergrößerung der Schilddrüse, der sogenannte Kropf, ist das prominenteste Krankheitszeichen und geht häufig auch mit einem knotigen Umbau der Schilddrüse einher. Manchmal können diese Knoten eigenständig (autonom) Hormone produzieren oder entarten, es kann dann zu einer Schilddrüsenüberfunktion oder Schilddrüsenkrebs kommen.
  • Hypothyreose: Eine Unterfunktion der Schilddrüse entsteht, wenn Schilddrüsenhormone nicht in ausreichendem Umfang produziert werden können – weil es etwa an Jod mangelt. Dann verlangsamen sich viele Körperprozesse und laufen verspätet oder fehlerhaft ab.

Auswirkungen eines Jodmangels können zu einer Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit führen. Besonders während der Schwangerschaft sollte Jodmangel vermieden werden: Neben der Verschlechterung des Schilddrüsenstatus steigt die Gefahr einer Frühgeburt, und es besteht ein erhöhtes Risiko für Wachstums- und Entwicklungsstörungen. Aber auch nach der Geburt sollte auf eine ausreichende Jodversorgung der stillenden Mutter und des Säuglings geachtet werden, um die körperliche und geistige Reifung des Kindes zu unterstützen.²,³

Was passiert, wenn man zu viel Jod im Körper hat?

Wird zu viel Jod über die Nahrung oder bestimmte jodhaltige Medikamente aufgenommen, so kann dies in begrenztem Umfang durch eine vermehrte Ausscheidung von Jod über den Urin kompensiert werden.¹

Einige Krankheitsbilder könnten allerdings duch eine übermäßige Jodzufuhr negativ beeinflusst werden. Zur Risikogruppe zählen unter anderem Patient*innen mit immunologisch bedingten Erkrankungen der Schilddrüse wie der Hashimoto-Thyreoditis. Auch wenn die sachgemäße Verwendung von Jodsalz hier im Allgemeinen keine gesundheitsschädlichen Auswirkungen hat, sollte die angemessene Menge Jod dennoch ärztlich abgeklärt werden.³

Bitte beachte: Die Inhalte dieses Artikels sollen dir allgemeine Informationen und Hintergrundwissen vermitteln und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Anregungen und Tipps ersetzen keine fachliche Beratung durch eine*n Ärzt*in oder Apotheker*in.

Literaturangaben

  1. Scientific Committee on Food (September 2002). Opinion of the Scientific Committee on Food on the Tolerable Upper Intake Level of Iodine. URL: https://www.efsa.europa.eu/sites/default/files/efsa_rep/blobserver_assets/ndatolerableuil.pdf, zuletzt aufgerufen am 31.05.2022.
  2. Bohnet, H. G. (2007). Jodmangel und Jodversorgung in der Schwangerschaft und Stillzeit. Prävention und Gesundheitsförderung, 2(3), 175-178.
  3. Großklaus, R. (2007). Nutzen und Risiken der Jodprophylaxe. Prävention und Gesundheitsförderung, 2(3), 159-166.
  4. Scriba, P. C., Heseker, H., & Fischer, A. (2007). Jodmangel und Jodversorgung in Deutschland. Prävention und Gesundheitsförderung, 2(3), 143-148.
  5. Jahreis, G., Leiterer, M., & Fechner, A. (2007). Jodmangelprophylaxe durch richtige Ernährung. Prävention und Gesundheitsförderung, 2(3), 179-184.
  6. Elmadfa, I., et al. (2015). Die große GU-Nährwert- und Kalorientabelle 2016/17. Gräfe und Unzer Verlag GmbH, München.
  7. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (2000). Jod – Referenzwerte. URL: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/jod/, zuletzt aufgerufen am 31.05.2022.

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