Oft werden beide Begriffe gleichgesetzt, tatsächlich gibt es jedoch einen Unterschied. Nicht die Haare produzieren Fett, sondern ausschließlich die Kopfhaut. Von dort verteilt sich das Sebum entlang der Haarfasern. Bei glattem oder feinem Haar geschieht das besonders schnell. Deshalb wirken diese Haartypen häufig früher fettig. Lockiges oder stark strukturiertes Haar bleibt am Ansatz dagegen oft länger frisch, weil der Talg einen längeren Weg bis in die Spitzen zurücklegen muss.
Der Unterschied zwischen fettigen Haaren und einer fettigen Kopfhaut liegt also darin, dass das Problem immer auf der Kopfhaut entsteht, während das Haar lediglich die sichtbaren Folgen trägt.
Das Haar selbst besteht aus totem Hornmaterial und besitzt überhaupt keine eigenen Talgdrüsen. Es kann also von Natur aus gar kein Fett produzieren. Fettige Haare sind das reine Symptom der überaktiven Kopfhaut. Das dort produzierte Sebum wandert durch das Kämmen, ständige Berührungen oder die Schwerkraft den Haarschaft hinunter, wodurch die Haare am Ansatz strähnig wirken und ihr Volumen verlieren.
Dieses Wissen ist für die tägliche Routine entscheidend, da Kopfhaut und Haarlängen völlig unterschiedlich gepflegt werden müssen. Während die Kopfhaut milde Reinigung braucht, um wieder in Balance zu kommen, sind die Haarlängen oft eher trocken. Wer nun ein aggressives Antifettshampoo auf dem gesamten Kopf verteilt, trocknet die Spitzen komplett aus und bringt die Kopfhaut nur dazu, noch mehr Talg nachzuproduzieren. Die richtige Pflege konzentriert das reinigende Shampoo daher nur auf die Kopfhaut, während reichhaltige Conditioner ausschließlich in die Spitzen eingearbeitet werden.