Ein Krepp-Eisen bringt das Haar in Form. Und zwar nicht in sanfte Wellen oder klassische Locken, sondern in eine feine Zickzack-Struktur mit Haltung und Textur. Kurze Haare wirken durch das Kreppen schnell sehr voluminös und stehen stärker ab. Je nach Struktur kann der Look dadurch fast afroartig wirken. Auf glattem Haar sieht das gekreppte Ergebnis meist deutlich ordentlicher und harmonischer aus, weil die Basis weicher und gleichmäßiger ist. Deshalb fönen wir unruhige oder stark strukturierte Haare vor dem Kreppen zunächst glatt, damit die Gesamtstruktur ruhiger bleibt und der Look nicht zu chaotisch wirkt.
Beim kreppen passiert unter der Oberfläche ein kleiner Umbau: Hitze löst kurzfristig die Wasserstoffbrücken im Keratin, beim Abkühlen setzen sie sich neu zusammen und fixieren genau diese kantige Bewegung, die vom Kreppeisen vorgegeben wird. Das Ergebnis hält bis zur nächsten Haarwäsche. So weit, so gut. Der Haken ist bekannt: Hitze arbeitet nie ganz ohne Nebenwirkung. Sie kann Feuchtigkeit entziehen und die Haarstruktur belasten. Genau deshalb entscheidet die Vorbereitung darüber, ob dein Look polished wirkt oder einfach nur überstrapaziert. Hier eine praktische Step-by-Step Anleitung, wie du deine Haare sauber und ohne Hitzeschäden kreppen kannst:
Haare vorbereiten: Wasche dein Haar und trockne es vollständig. Das Haar sollte vor dem Kreppen sauber und komplett trocken sein, damit die Hitze gleichmäßig wirken kann und die Struktur nicht unnötig belastet wird.
Hitzeschutz auftragen: Dieser Schritt ist enorm wichtig und sollte auf keinen Fall vernachlässigt werden! Verteile ein Hitzeschutzprodukt in den Längen und Spitzen. Es schützt das Haar vor Feuchtigkeitsverlust und hilft dabei, die Oberfläche geschmeidig zu halten.
Styling auf den Haartyp abstimmen: Passe die Vorbereitung an deine Haarstruktur an. Feines Haar profitiert von einem leichten Volumenprodukt, dickeres Haar eher von einer glättenden Pflege, damit sich die Partien sauber formen lassen.
Haare in Partien abteilen: Teile das Haar in schmale, ähnliche Strähnen ab. So lässt sich das Krepp-Eisen präzise ansetzen und das Zickzack-Muster wird einheitlich.
Haar Strähne für Strähne kreppen: Setze das Krepp-Eisen nah am Ansatz an, ohne die Kopfhaut zu berühren, und drücke es für einige Sekunden zusammen. Arbeite dich dann Strähne für Strähne nach unten vor und achte auf gleiche Abstände, damit die Struktur sauber aussieht.
Man sagt, dass es mit moderater Temperatur, etwa zwischen 180 Grad und maximal 200 Grad, am besten funktioniert. Zu hohe Temperaturen, zum Beispiel 220 Grad, sind meistens zu viel, während niedrigere Temperaturen oft nicht ausreichen, um die gewünschte Umformung zu erzielen.
Intensität des Looks bestimmen: Entscheide beim Styling, wie auffällig das Ergebnis werden soll. Für einen moderneren Look kannst du nur die Längen kreppen und den Ansatz glatt lassen. Einzelne Strähnen setzen subtile Akzente, während ein komplett gekreppter Look für maximales Volumen und ein klares Statement sorgt.
Haare auskühlen lassen: Lass das Haar nach dem Kreppen vollständig auskühlen. Erst dann stabilisiert sich die neue Form und die Struktur hält besser.
Anschließend lockerst du die Strähnen vorsichtig mit den Fingern auf, wenn du das Ergebnis weicher wirken lassen möchtest. Für eine klare, grafische Struktur lässt du das Haar einfach in Form und verzichtest auf Bürsten. Für einen stärkeren Afro- oder Discoeffekt kann das Haar anschließend auch ausgebürstet werden. Mit einem groben Kamm entsteht dabei ein strähnigerer und etwas rauerer Look, während eine Naturbürste für besonders viel Volumen und eine roughere Struktur sorgt.
Und dann gibt es noch diesen Trick, der leise funktioniert und viel bewirkt. Kreppen als unsichtbarer Volumen-Booster. Die unteren Partien leicht strukturieren, das Deckhaar darüberlegen. Mehr Fülle, ohne dass man sieht, warum. Backstage erprobt, im Alltag erstaunlich effektiv.
Auch bei Hochsteckfrisuren zeigt Krepphaar, was es kann. Mehr Griff, mehr Halt, weniger Kompromisse. Genau die Art von Struktur, die man nicht sieht, aber sofort merkt. Vorsicht an der Kontur, sonst sieht es schnell frizzy aus.