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Haare kreppen

Krepp is back! Und zwar nicht als leises Revival, sondern als Statement mit Struktur. Die feinen Wellen erinnern an die 80er und Y2K wirken heute aber moderner, kontrollierter und überraschend vielseitig.

Informationen geprüft und erstellt in Kooperation mit Friseur und Hairstylist Björn Hartung aus Düsseldorf.

There we go again: Haare kreppen feiert ein weiteres Comeback!

Für manche ist es ein Relikt der 80er, für andere pure 2000er-Nostalgie, fest steht: Das Kreppeisen hatte einmal einen festen Platz im Badezimmer. Entwickelt wurde es bereits 1972 Geri Cusenza, dem Stylisten von Barbra Streisand, um strukturierte, wilde Wellen zu kreieren. Spätestens durch sie bekam der Look Kultstatus und prägte den Stil einer ganzen Generation. Anfang der 2000er erlebte die Technik mit Stars wie Christina Aguilera ein großes Comeback, bevor sie plötzlich wieder von der Bildfläche verschwand und von natürlicheren Looks abgelöst wurde.

Und heute? Heute kommt der Look etwas erwachsener und more refined daher. Die feinen Wellen bringen Bewegung ins Haar, geben Volumen und wirken je nach Styling mal subtil, mal wie ein klares Statement. Genau diese Vielseitigkeit macht den Look gerade so spannend. Dezenz eingesetzt kann man spannende Akzente setzten oder wenn man möchte, auch komplett overboard gehen und einen extravaganten, artsy Look kreieren. 

Haare kreppen: So wird’s gemacht

Ein Krepp-Eisen bringt das Haar in Form. Und zwar nicht in sanfte Wellen oder klassische Locken, sondern in eine feine Zickzack-Struktur mit Haltung und Textur. Kurze Haare wirken durch das Kreppen schnell sehr voluminös und stehen stärker ab. Je nach Struktur kann der Look dadurch fast afroartig wirken. Auf glattem Haar sieht das gekreppte Ergebnis meist deutlich ordentlicher und harmonischer aus, weil die Basis weicher und gleichmäßiger ist. Deshalb fönen wir unruhige oder stark strukturierte Haare vor dem Kreppen zunächst glatt, damit die Gesamtstruktur ruhiger bleibt und der Look nicht zu chaotisch wirkt.

Beim kreppen passiert unter der Oberfläche ein kleiner Umbau: Hitze löst kurzfristig die Wasserstoffbrücken im Keratin, beim Abkühlen setzen sie sich neu zusammen und fixieren genau diese kantige Bewegung, die vom Kreppeisen vorgegeben wird. Das Ergebnis hält bis zur nächsten Haarwäsche. So weit, so gut. Der Haken ist bekannt: Hitze arbeitet nie ganz ohne Nebenwirkung. Sie kann Feuchtigkeit entziehen und die Haarstruktur belasten. Genau deshalb entscheidet die Vorbereitung darüber, ob dein Look polished wirkt oder einfach nur überstrapaziert. Hier eine praktische Step-by-Step Anleitung, wie du deine Haare sauber und ohne Hitzeschäden kreppen kannst: 

  1. Haare vorbereiten: Wasche dein Haar und trockne es vollständig. Das Haar sollte vor dem Kreppen sauber und komplett trocken sein, damit die Hitze gleichmäßig wirken kann und die Struktur nicht unnötig belastet wird.

  2. Hitzeschutz auftragen: Dieser Schritt ist enorm wichtig und sollte auf keinen Fall vernachlässigt werden! Verteile ein Hitzeschutzprodukt in den Längen und Spitzen. Es schützt das Haar vor Feuchtigkeitsverlust und hilft dabei, die Oberfläche geschmeidig zu halten.

  3. Styling auf den Haartyp abstimmen: Passe die Vorbereitung an deine Haarstruktur an. Feines Haar profitiert von einem leichten Volumenprodukt, dickeres Haar eher von einer glättenden Pflege, damit sich die Partien sauber formen lassen.

  4. Haare in Partien abteilen: Teile das Haar in schmale, ähnliche Strähnen ab. So lässt sich das Krepp-Eisen präzise ansetzen und das Zickzack-Muster wird einheitlich.

  5. Haar Strähne für Strähne kreppen: Setze das Krepp-Eisen nah am Ansatz an, ohne die Kopfhaut zu berühren, und drücke es für einige Sekunden zusammen. Arbeite dich dann Strähne für Strähne nach unten vor und achte auf gleiche Abstände, damit die Struktur sauber aussieht.

    Man sagt, dass es mit moderater Temperatur, etwa zwischen 180 Grad und maximal 200 Grad, am besten funktioniert. Zu hohe Temperaturen, zum Beispiel 220 Grad, sind meistens zu viel, während niedrigere Temperaturen oft nicht ausreichen, um die gewünschte Umformung zu erzielen.

  6. Intensität des Looks bestimmen: Entscheide beim Styling, wie auffällig das Ergebnis werden soll. Für einen moderneren Look kannst du nur die Längen kreppen und den Ansatz glatt lassen. Einzelne Strähnen setzen subtile Akzente, während ein komplett gekreppter Look für maximales Volumen und ein klares Statement sorgt.

  7. Haare auskühlen lassen: Lass das Haar nach dem Kreppen vollständig auskühlen. Erst dann stabilisiert sich die neue Form und die Struktur hält besser.

  8. Anschließend lockerst du die Strähnen vorsichtig mit den Fingern auf, wenn du das Ergebnis weicher wirken lassen möchtest. Für eine klare, grafische Struktur lässt du das Haar einfach in Form und verzichtest auf Bürsten. Für einen stärkeren Afro- oder Discoeffekt kann das Haar anschließend auch ausgebürstet werden. Mit einem groben Kamm entsteht dabei ein strähnigerer und etwas rauerer Look, während eine Naturbürste für besonders viel Volumen und eine roughere Struktur sorgt.

Und dann gibt es noch diesen Trick, der leise funktioniert und viel bewirkt. Kreppen als unsichtbarer Volumen-Booster. Die unteren Partien leicht strukturieren, das Deckhaar darüberlegen. Mehr Fülle, ohne dass man sieht, warum. Backstage erprobt, im Alltag erstaunlich effektiv.

Auch bei Hochsteckfrisuren zeigt Krepphaar, was es kann. Mehr Griff, mehr Halt, weniger Kompromisse. Genau die Art von Struktur, die man nicht sieht, aber sofort merkt. Vorsicht an der Kontur, sonst sieht es schnell frizzy aus.

„Damit das Kreppmuster visuell stimmig wird und keine unruhigen Stellen entstehen, hilft es, bei jeder Partie dieselbe Zeit einzuhalten. Viele zählen dafür innerlich ‚21, 22, 23‘. So bekommt jede Strähne ähnlich viel Hitze ab und die Struktur wirkt insgesamt sauberer und harmonischer.“

- Björn Hartung, Douglas Haircare Experte

FAQ: Haare kreppen

Ein Mann mit Brille, Schnurrbart und grauem Hemd steht mit verschränkten Armen da.

Unser Haircare Experte

Björn Hartung, Friseur und Hairstylist

Björn bringt über 25 Jahre Erfahrung in Cut, Color und Care mit. In seinem Düsseldorfer Salon „Stresemann“ stylt, färbt und schneidet er seit mehr als 17 Jahren. Er schenkt seinen Kund*innen nicht nur neue Looks, sondern auch ein neues Lebensgefühl. Haircare ist seine Leidenschaft: Was einst als klassisches Handwerk begann, wurde zu einer Berufung, die weit über Schere und Föhn hinausgeht. Neben seinem Beruf unterstützt er Menschen als Breathwork-Experte dabei, ihre innere Balance zu finden.