
Inhaltsstoffe von Parfums
Ob sie Erinnerungen wecken oder deine Stimmung heben – Düfte beeinflussen deine Gefühle auf magische und mysteriöse Weise. Die Inhaltsstoffe von Parfums erscheinen uns deshalb oft wie ein großes Geheimnis, dabei bestehen die meisten Düfte aus den gleichen Grundstoffen, die durch ihre Mischung und die einzelnen Duftnoten zu etwas Besonderem werden. Wir erklären dir, was alles in einem Parfum steckt und stellen dir die beliebtesten Ingredients von Bergamotte bis hin zu Oud vor.
Das sind die Grundbestandteile eines Parfums
Schaut man bei Düften in die Inhaltsstoffliste, sind die ersten drei Ingredients meist gleich: Zuerst steht „Alcohol“, gefolgt von „Parfum/Fragrance“ und „Aqua“, also Wasser. Alle drei Komponenten spielen jeweils eine wichtige Rolle in der Komposition:
Alkohol: Meist ist in Parfums die Alkoholvariante Ethanol enthalten. Er fungiert nicht nur als Lösungsmittel für die natürlichen und synthetischen Duftstoffe, die oft nicht wasserlöslich sind, sondern hilft durch seine Verdunstung auch bei der Duftentfaltung. Zusätzlich konserviert der enthaltene Alkohol das Parfum und hemmt das Wachstum von Bakterien und Mikroorganismen im Produkt. Es gibt allerdings auch alkoholfreie Parfums, z.B. auf Ölbasis.
Parfum: „Parfum“ bezeichnet alle natürlichen und synthetischen Duftstoffe, die im Duft enthalten sind. Zur Geheimhaltung der genauen Komposition werden sie alle gesammelt unter diesem Begriff in den Inhaltsstoffen zusammengefasst. Ausgenommen davon sind Duftstoffe mit einem hohen Allergiepotenzial wie Citronellol, Linalool und Geraniol. Sie müssen laut EU-Richtlinie einzeln in der Inhaltstoffliste angegeben werden. Insgesamt gibt es etwa 200 natürliche und 2000 synthetische Duftstoffe, aus denen pro Duft 30 bis 80 ausgewählt werden. Die Duftöl-Konzentration kann dabei je nach Parfumvariante von 1 % beim Eau Fraîche bis hin zum Extrait de Parfum mit bis zu 40 % variieren.
Wasser: Wasser verdünnt die im Parfum enthaltenen Duftöle und reduziert ihre Konzentration auf ein angenehmes Level. So entsteht eine harmonische Komposition.

Natürlich vs. synthetisch – das sind die häufigsten Duftstoffe in Parfums
Bei den Duftstoffen unterscheidet man zwischen natürlichen und synthetischen Stoffen. Beide Varianten bieten viele Vor- und Nachteile, zum Beispiel in Bezug auf die Stabilität, Komplexität und das Allergiepotenzial:
Natürliche Duftstoffe
Natürliche Duftstoffe stammen von Pflanzen, Mineralien oder Tieren. Allerdings werden viele tierische Duftstoffe wie Moschus heute durch synthetische Alternativen ersetzt. Natürliche Duftstoffe beeindrucken sowohl mit ihrer Komplexität als auch ihrer Tiefe. Allerdings haben sie ein höheres Allergierisiko als synthetische Duftstoffe. Zudem können sie licht- und hitzeempfindlicher sowie aufwendiger in der Gewinnung sein. Beliebte natürliche Duftstoffe sind zum Beispiel:
Rose: Die Königin der Blumen verströmt ein feminines, süßes und verführerisches Aroma. Die häufigsten Rosenarten für die Parfumherstellung sind dabei die Damaszener Rose und die Zentifolie. Das ätherische Öl wird entweder durch Wasserdampfdestillation oder Lösungsmittel-Extraktion gewonnen.
Vanille: Der süßliche und würzige Duftstoff veredelt jedes Parfum und wird aus der fermentierten Schote der Vanille-Orchidee extrahiert. Da Vanille aber ein sehr kostbarer und teurer Rohstoff ist, wird sie für Parfums heutzutage auch oft synthetisch hergestellt.
Sandelholz: Sandelholz wird aufgrund seiner warmen, holzigen und angenehm süßlichen Eigenschaften häufig als Basisnote verwendet, denn es schenkt Düften Tiefe und eine längere Haltbarkeit.
Bergamotte: Ein belebendes und erfrischendes Aroma kreiert die Zitrusfrucht, die oft in Kalabrien angebaut wird. Besonders in Kopfnoten wird sie für einen spritzigen Auftakt des Parfums oft verarbeitet.
Patschuli: Die Pflanze aus der Gattung der Lippenblütengewächse ist der Ursprung des erdigen, holzigen und würzigen Duftöls. Patschuli hilft oft dabei, flüchtigere Noten zu fixieren.
Düfte mit natürlichen Duftstoffen

Synthetische Duftstoffe
Bei synthetischen Duftstoffen werden der Fantasie hingegen keine Grenzen gesetzt und man kann neben naturidentischen Duftstoffen, die die gleiche chemische Struktur wie natürliche Duftstoffe haben, auch Düfte wie „Meeresbrise“ oder „Zuckerwatte“ nachempfinden. Einige bekannte synthetische Duftstoffe sind:
Iso E Super: Iso E Super wurde 1973 entwickelt und zählt mittlerweile zu einem der bekanntesten synthetischen Duftstoffe. Er hat ein samtiges, holziges Aroma, das sich auf jeder Haut in Kombination mit der persönlichen Hautchemie anders entfaltet.
Ambroxan: Ambroxan ist eine synthetische und vegane Alternative für Ambra, das früher aus dem Verdauungstrakt von Pottwalen gewonnen wurde. Es hat einen warmen und holzigen Duft und erinnert an Moschus.
Calone: Das Molekül riecht frisch und aquatisch, wie eine „Meeresbrise“. Es wurde 1966 von Pfizer entdeckt.
Cashmeran: Dieser synthetische Duftstoff soll an das Gefühl von Kaschmirwolle auf der Haut erinnern und riecht deshalb holzig-moschusartig und warm zugleich.
Aldehyde: Bekannt geworden durch den ikonischen Duft Chanel No. 5 riechen Aldehyde metallisch oder seifig und erinnern an prickelnden Champagner.

















