
Antipollution: Schutzschild für die Haut?
Feinstaub, Ozon, Stickoxide: Besonders in urbanen Räumen kann deine Haut diesen Umweltnoxen ausgesetzt sein, die eine potenzielle Belastung darstellen. Kein Wunder, dass Hautpflege mit dem Label “Antipollution” zunehmend an Bedeutung gewinnt. Doch wie kann Antipollution-Skincare deine Haut schützen?
Informationen geprüft und erstellt in Kooperation mit der Biochemikerin Dr. Sarah Schunter aus München.
INHALTE IM ÜBERBLICK
KURZ & KNAPP: ANTIPOLLUTION
Begrifflichkeit: Antipollution heißt so viel wie “gegen Verschmutzung”
Ziel: Schutz der Haut vor schädlichen Umwelteinflüssen wie Feinstaub, Ozon, Abgasen oder UV-Strahlung
Wirkung: Inhaltsstoffe und Hautpflegeprodukte mit Antipollution-Wirkung entfalten häufig Eigenschaften wie antioxidativ, barrierestärkend, entzündungshemmend, schützend
Typische Produkte: Tagespflege, Seren, Reinigungsprodukte oder Sonnencremes
Geeignet für: Antipollution-Skincare eignet sich bei allen Hauttypen, besonders jedoch bei Stadtmenschen mit empfindlicher oder sensibler Haut
Was bedeutet “Antipollution” in der Hautpflege?
Wenn auf Hautpflegeprodukten der Begriff “Antipollution” erscheint, dann ist damit meist der Ansatz verbunden, die Haut vor schädlichen Umweltfaktoren (Umweltnoxen) zu schützen. Unter diese potenziell schädigenden Faktoren fallen unter anderem:
Feinstaub
Ozon
Abgase (Stickoxide, Kohlenstoffmonoxid)
UV- und Infrarotstrahlung
Blaulicht (HEV)
Klimatische Einflüsse (Hitze, Kälte, Trockenheit)
Diese Umweltfaktoren können in der Haut die Entstehung von oxidativem Stress fördern. Oxidativer Stress in Form von freien Radikalen kann beispielsweise zu vorzeitiger Hautalterung, Pigmentflecken, entzündlichen Prozessen, einer Schwächung der Hautbarriere oder zu Feuchtigkeitsverlust führen. Sogenannte Antipollution-Produkte sollen dabei helfen, die Haut vor Umweltbelastungen zu schützen oder sie zu regenerieren. Meist enthalten Produkte dieser Art daher Antioxidantien, Vitamine, Filmbildner oder entzündungshemmende Stoffe.
Welche Auswirkungen haben Umweltverschmutzung und Umweltnoxen auf die Haut?
Das wohl bekannteste Beispiel für den schädlichen Einfluss “unsichtbarer” Umweltfaktoren auf die Haut ist UV-Strahlung. Die energiereiche Strahlung kann die Haut empfindlich schädigen, was du beispielsweise sehr akut an einem Sonnenbrand, aber auch langfristig anhand Zeichen vorzeitiger Hautalterung beobachten kannst.
Es ist inzwischen gut belegt, dass Umwelteinflüsse ein maßgeblicher Faktor für die Hautgesundheit und Hautalterung sind:
Ozon kann hauteigene Lipide und Proteine angreifen sowie die Hautbarriere beeinträchtigen.
Feinstaub kann in die Poren eindringen und dort Entzündungen auslösen.
UV- und Infrarotstrahlung fördern den Abbau von Kollagen und Elastin, was sich negativ auf die Spannkraft und Elastizität der Haut auswirkt.
Stickoxide oxidieren Hautproteine und können auch hier die Integrität der Hautbarriere stören.
Wie real ist die Gefahr von Umweltnoxen?
UV-Strahlung umgibt uns täglich, weshalb ein konsequenter Sonnenschutz das Antipollution-Produkt schlechthin ist. Aber auch andere Umweltfaktoren sind relevant. So kann es in Deutschland vor allem im Sommer zu erhöhten Ozonwerten kommen, die für Haut und Organismus belastend sind. Außerdem ist besonders in Städten die Belastung durch Feinstaub und Stickoxide signifikant.
Antipollution: Sonnencremes
Wie funktioniert Antipollution-Hautpflege?
Antipollution-Hautpflege ist im Grunde eine Art Kategorisierung von Pflegeprodukten, die aufgrund ihrer Inhaltsstoffe die folgenden Wirkmechanismen adressieren:
Antioxidativer Schutz: Durch Inhaltsstoffe wie Vitamin E, Vitamin C, Niacinamid, Flavonoide, Grüntee-Extrakt, Resveratrol oder Ferulasäure werden freie Radikale neutralisiert.
Barrierestärkung: Ceramide, Fettsäuren, Cholesterol oder Natürliche Feuchthaltefaktoren können die Hautbarriere unterstützen.
Antientzündlich: Entzündungshemmende Stoffe wie Bisabolol, Panthenol, Zink, Azelainsäure oder Allantoin mildern Irritationen und Rötungen.
Physikalischer Schutzfilm: Dimethicone oder Polysaccharide können sich auf die Haut legen und so das Anhaften von Partikeln reduzieren.
Ectoin: Das Stress-Schutzmolekül
Ectoin gilt als Schlüsselwirkstoff im Bereich Antipollution. Das natürliche Schutzmolekül legt sich wie ein unsichtbarer Schutzschild um Zellstrukturen und bewahrt sie vor äußeren Einflüssen wie UV-Strahlung, Feuchtigkeitsverlust, Feinstaub oder Ozon. Neben seiner zellschützenden Eigenschaft wirkt Ectoin auch beruhigend, entzündungshemmend und antioxidativ – und hilft gleichzeitig, Feuchtigkeit und Elastizität der Haut zu erhalten.
Antipollution: Seren
So integrierst du Antipollution-Skincare in deine Routine
Eine Antipollution-Hautpflege eignet sich vor allem für Personen, die im urbanen Umfeld leben, sich viel im Freien bewegen oder häufig Zeit in der Sonne verbringen. Doch die gute Nachricht ist, neue Produkte oder eine komplett andere Routine brauchst du nicht unbedingt:
Reinigung: Reinige deine Haut mild und schonend. Das schont nicht nur deine Hautbarriere, sondern entfernt auch Feinstaub, der sich in den Poren festsetzen kann.
Serum: Je nach Hauttyp und Hautbedürfnis kannst du bei empfindlicher Haut ein Serum mit antientzündlichen und beruhigenden Inhaltsstoffen nutzen, während bei trockener Haut ein Serum mit barrierestabilisierenden Inhaltsstoffen die schützende Kapazität deiner Haut stärkt. Nahezu alle Hauttypen profitieren darüber hinaus auch von antioxidativen Seren, die freie Radikale und oxidativen Stress in der Haut reduzieren können.
Feuchtigkeitspflege: Sie liefert nicht nur wertvolle Pflegestoffe, sie kann zudem einen schützenden Film auf der Haut ausbilden.
Sonnencreme: Das wohl wirksamste Antipollution Produkt ist Sonnencreme. Sie schützt die Haut vor den Einflüssen schädigender UV-Strahlen. Manche modernen Sonnencremes bieten zudem einen Schutz gegenüber IR- und HEV-Strahlung (Infrarot und Blaulicht).
Antipollution: Reinigung & Feuchtigkeit
Wie weit ist Antipollution-Skincare?
Antipollution klingt wie ein Trend – doch genaugenommen ist es kein völlig neues Konzept. Tatsächlich erfüllen viele Hautpflegeprodukte bereits heute die Kriterien einer antipollutiven Wirkung, auch wenn sie nicht explizit als solche beworben werden. Antioxidative Seren, feuchtigkeitsspendende Tagescremes, UV-Schutz oder Produkte mit barrierestärkenden Wirkstoffen – sie alle leisten stillschweigend einen wertvollen Beitrag zum Schutz der Haut vor schädlichen Umwelteinflüssen.
Der Begriff „Antipollution“ ist also weniger eine neue Produktklasse, sondern vielmehr ein übergreifender, moderner Name, der ein bereits bestehendes Wirkspektrum in einen aktuellen Zusammenhang setzt. Der Begriff kann dir aber dabei helfen, Hautpflegeprodukte klarer einzuordnen – besonders dann, wenn du in urbanen Lebensräumen gezielt nach Schutz vor Umweltstress suchst.
Der Trend zu explizit ausgelobter Antipollution-Skincare begann in Asien – allen voran in Südkorea, wo Umweltstress, UV-Strahlung und smogreiche Ballungsräume die Nachfrage nach entsprechender Schutzpflege stark befeuert haben. Inzwischen haben viele internationale Kosmetikmarken das Thema aufgegriffen und Antipollution-Produkte ins Portfolio aufgenommen.
Fazit: Antipollution-Hautpflege
Wenn du nach wirkungsvoller Antipollution-Pflege suchst, musst du nicht unbedingt gezielt nach dem Begriff Ausschau halten. Achte vielmehr auf bewährte Schutzwirkstoffe. Denn viele dieser Inhaltsstoffe wirken bereits heute effektiv gegen Umweltstress.

Über die Autorin
Dr. Sarah Schunter, Biochemikerin
„Wer versteht, wie kosmetische Inhaltsstoffe agieren, setzt den ersten Schritt für eine wirksame Hautpflege“, sagt Biochemikerin Dr. S. Schunter. Als promovierte Biochemikerin entwirrt sie mit Vorliebe die oftmals kryptischen Inhaltsstofflisten von Hautpflegeprodukten: was steckt drin und wie wirkt es. Sie ist überzeugt: Mit diesem Wissen kann für jeden Hauttyp und jeden Hautzustand die richtige Pflege ermittelt werden.



























