Beim Glätten kurzer Haare entscheidet nicht nur, was du tust, sondern auch, was du bewusst lässt. Nasses oder feuchtes Haar unter Hitze zu glätten gehört zu den häufigsten Fehlern. Die Haarstruktur reagiert in diesem Zustand besonders empfindlich, das Risiko für Hitzeschäden steigt deutlich und das Finish wirkt schnell stumpf statt glatt. Das Haar wird praktisch "verkocht" und somit die Schuppenschicht zerstört.
Ebenso problematisch ist es, zu dicke Strähnen zu greifen. Außen entsteht zwar Glätte, im Inneren bleibt jedoch Struktur zurück. Das führt dazu, dass man mehrfach über dieselbe Partie geht und das Haar unnötig belastet. Sauberes Abteilen ist hier die bessere Entscheidung, denn eine korrekt geführte Strähne braucht nur einen kontrollierten Zug.
Auch zu häufiges Nacharbeiten an derselben Strähne schadet mehr, als es nützt.
Präzision ersetzt Wiederholung: Lieber einmal langsam und kontrolliert arbeiten, denn zu häufiges Wiederholen an derselben Strähne trocknet das Haar aus und führt dazu, dass es zusätzlich aufgeladen absteht. Beim Arbeiten am Ansatz ist zusätzlich Zurückhaltung gefragt. Kurze Haare liegen nah an der Kopfhaut, dennoch sollte immer ein kleiner Abstand bleiben, um Haut und Ansatz zu schützen.
Öl vor dem Glätten gilt oft als ungeeignet, weil reines Haaröl in Verbindung mit hoher Hitze das Haar überpflegen oder sogar überhitzen kann. Deshalb gehören klassische Öle in der Regel eher ins Finish und dort nur sparsam in die Spitzen.
Ganz so pauschal stimmt der Hinweis jedoch nicht. Es gibt spezielle Produkte, die ausdrücklich für die Anwendung vor dem Glätten entwickelt wurden. Diese enthalten neben pflegenden Ölen meist feine Silikone. Während das Öl das Haar geschmeidig macht und leicht nährt, legen sich die Silikone schützend um die Haarstruktur und erleichtern das Gleiten des Glätteisens.
Unabhängig davon gilt: Mit Stylingprodukten sollte insgesamt sparsam umgegangen werden. Zu viel Produkt nimmt besonders kurzem Haar seine Leichtigkeit und lässt den Look schnell schwer oder fettig wirken. Weniger ist hier eindeutig mehr.
Bei der Anwendung spielt auch die Körperhaltung eine Rolle. Beim Glätten kurzer Haare arbeitet man häufig mit erhobenen Armen und den Händen über dem Kopf. Dabei sollte man darauf achten, die Schultern nicht über längere Zeit hochzuziehen, da dies schnell zu Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich führen kann. Ergonomisch günstiger ist es, die Schultern bewusst locker zu lassen, leicht nach hinten zu nehmen und mehr aus den Armen heraus zu arbeiten.
Bei langen Haaren wird dagegen meist vor dem Körper gearbeitet. Diese Position empfinden viele als entspannter, da die Arme weniger stark angehoben werden müssen.