Seide ist eine der ältesten und luxuriösesten Textilien der Welt – doch auch aus unserer Beauty-Routine ist sie nicht mehr wegzudenken. Seidenproteine sind fester Bestandteil zahlreicher Pflegeprodukte für Haut und Haare, Haar-Accessoires aus Seide dienen als angesagte Styling-Helfer.
Dass der reine Seidenstoff in Form eines Kissenbezuges zum Beauty-Booster für die Haare im Schlaf werden kann, ist längst kein Insider-Wissen mehr. Dennoch zählt das Seidenkopfkissen bei vielen immer noch nicht zum festen Bestandteil der Overnight-Beauty-Routine.
Um die Benefits eines Seidenkopfkissens für deine Haare zu verstehen, hier erstmal ein kleiner Überblick, was Seide überhaupt ist: Raupen produzieren Seide, um sich verpuppen zu können. Diese Seidenfäden bestehen aus Proteinen. Unter Wasserdampf werden die Fäden gelöst und abgewickelt, dann zu längeren Fäden verzwirnt und schließlich zu Garn gesponnen.
Beim fertigen Seidenstoff gibt es verschiedene Unterteilungen, etwa nach der Gewebeart. Die wichtigste Einteilung richtet sich jedoch nach der Art des Erzeugertieres:
Kultur- oder Zuchtseide: Sie entsteht in Seidenspinner-Farmen aus den Kokons des Maulbeerspinners (Bombyx mori). Ein einziger Faden seines Kokons kann bis zu 3000 Meter lang sein, die Fäden sind gleichzeitig super fein und gleichmäßig. Das macht die Maulbeerseide sehr weich – sie gilt als die feinste aller Seidenarten. Kein Wunder, dass die meisten Kissenbezüge in Bettwäsche-Qualität aus Maulbeerseide sind.
Wildseide: Wildseide umfasst alle Seidenfäden von wild lebenden Faltern. Sie unterscheidet sich optisch und haptisch von der Maulbeerseide: Sie ist gröber, matter und hat eine unregelmäßigere Struktur. Ihre Farben sind meist gedämpfter und weniger leuchtend. Zu Wildseide zählen u.a. Tussah Seide, Eri Seide, Fagara Seide oder Muga Seide.
Die Dicke und Qualität der Seide wird in der traditionellen japanischen Maßeinheit Momme (auch "Mom" oder "mm") angegeben. Je höher die Momme-Zahl ist, desto fester ist der Seidenstoff. Der Momme-Wert deines Kissenbezuges sollte mindestens 19 betragen – damit sind eine luxuriöse, angenehme Haptik und eine gewisse Langlebigkeit garantiert.
Neben der Momme unterscheidet man bei Seide auch nach Güteklassen: es gibt A, B und C. Die höchste Qualität ist als 6A gekennzeichnet – genau diese sollte dein Seidenkopfkissen für die Haare haben.
Tipp: Dein Seidenkissen sollte zu 100 Prozent aus reiner Maulbeerseide bestehen. Beschreibungen wie "seidenartig" oder "seidenähnlich" stehen nicht für reine Seidenstoffe. Auch Satin beschreibt nur die Webart des Stoffes und besteht meist aus Polyester oder Mischgewebe.