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Eine Frau mit blonden Haaren, die ein ärmelloses, plissiertes, weinrotes Kleid trägt, steht inmitten üppiger grüner tropischer Pflanzen.

Dünne Haare im Alter

Mit den Jahren verändert sich nicht nur unsere Haut, sondern auch unsere Haarstruktur. Viele bemerken, dass das Haar feiner wird, an Dichte verliert oder nicht mehr so kräftig nachwächst wie früher. Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Wissen und gezielter Pflege kannst du auch im Alter deinem Haar mehr Volumen, Glanz und Lebendigkeit schenken.

Informationen geprüft und erstellt in Kooperation mit Friseur und Hairstylist Björn Hartung aus Düsseldorf.

Kurz & Knapp

  • Mit zunehmendem Alter schrumpfen Haarfollikel, die Wachstumsphasen verkürzen sich und das Haar wächst feiner nach

  • Abnehmende Keratin-, Talg- und Melaninproduktion schwächen die Haarstruktur und lassen es trockener, brüchiger und stumpfer wirken

  • Hormonelle Veränderungen, besonders sinkender Östrogenspiegel, fördern Haarverlust und Follikel-Miniaturisierung

  • Leichte Pflegeprodukte mit Panthenol, Proteinen oder Koffein stärken das Haar, ohne es zu beschweren

  • Sanftes Styling mit moderaten Temperaturen und Hitzeschutz schützt empfindliche Haarfasern

  • Nährstoffe wie Silizium, Biotin, Eisen und Omega-3-Fettsäuren kräftigen das Haar von innen und fördern mehr Fülle

Dünne Haare im Alter: Ursachen, Pflege und Styling für mehr Volumen

Mit zunehmendem Alter verändert sich auch die Haarstruktur und viele Menschen bemerken, dass ihre Haare dünner wirken oder an Fülle verlieren. Das ist absolute normal, denn die Haarfollikel, aus denen jedes Haar wächst, unterliegen einem natürlichen Alterungsprozess. Mit der Zeit verlangsamt sich die Zellteilung, die Follikel schrumpfen leicht und die Wachstumsphasen (Anagenphasen) verkürzen sich. Das führt dazu, dass das Haar kürzer und feiner nachwächst. Zusätzlich nimmt die Produktion von Keratin, dem Hauptbestandteil der Haare, ab. Auch die Talgproduktion verringert sich, wodurch das Haar trockener und brüchiger werden kann. Einerseits kann sie abnehmen, was das Haar trockener und brüchiger macht, andererseits kann die Talgzusammensetzung sich verändern, wodurch das Haar stumpfer wirkt. Chemisch betrachtet, produzieren die Keratinozyten in der Haarwurzel weniger Keratin.  

Auch hormonelle Veränderungen, besonders ein sinkender Östrogenspiegel in und nach den Wechseljahren, können dazu beitragen, dass die Haare dünner wirken oder vermehrt ausfallen. Mit dem Rückgang des Östrogenspiegels nimmt der natürliche Schutz für die Haarfollikel ab. Östrogen wirkt im jungen Körper wie ein Wachstums-Booster für Haare, da es die Anagenphase verlängert. Sinkt der Spiegel, setzt sich der Einfluss der Androgene (männliche Hormone, die auch Frauen in geringen Mengen haben) stärker durch. Das kann dazu führen, dass Haarfollikel empfindlicher auf das Hormon Dihydrotestosteron (DHT) reagieren, was wiederum die Miniaturisierung (das Schrumpfen der Haarfollikel) beschleunigt.

Die Bedeutung von Melanin bei reifem Haar

Gleichzeitig verringert sich die Produktion von Melanin, was nicht nur die Haarfarbe verändert, sondern auch die Haarstruktur beeinträchtigt, da Melanin einen gewissen Schutz vor UV-Schäden bietet.

Wenn die Haarwurzel ihre Melaninproduktion einstellt, verändert sich die Haarstruktur auf faszinierende Weise. Dort, wo sich normalerweise die Farbpigmente befinden, entstehen winzige Lufteinschlüsse. Das Haar wirkt dadurch fast glasig, fühlt sich poröser an und erscheint oft auch rauer. Melanin ist nämlich weit mehr als nur der natürliche Farbstoff, der unser Haar und unsere Haut tönt. Es ist ein stiller Beschützer. Ähnlich wie in der Haut absorbiert und streut es UV-Strahlen und bewahrt so die wertvollen Strukturelemente der Haarfaser: Keratine und Lipide.

Je mehr Melanin ein Haar enthält, desto besser ist es gewappnet. Dunkles Haar bleicht langsamer aus, bleibt kräftiger und widerstandsfähiger. Blonde oder rote Nuancen dagegen, die weniger Melanin enthalten, verlieren schneller an Farbe, sind anfälliger für UV-Schädigungen und fühlen sich schneller "dünner" an als dunkles Haar. Denn intensive Sonneneinstrahlung kann die Disulfidbrücken im Keratin aufbrechen. Das Haar wird brüchig und spröde und verliert durch den Abbau von Lipiden in der äußeren Schuppenschicht seinen Glanz und seine Geschmeidigkeit.

Doch auch das beste Melanin ist kein unbesiegbarer Schutzschild. Anders als in der Haut gibt es im Haar keine Regeneration. Einmal geschädigt, bleibt die Faser anfällig. Besonders chemisch behandeltes Haar, sei es gefärbt, blondiert oder geglättet, reagiert noch empfindlicher.

Kurz gesagt: Melanin wirkt wie ein natürlicher Sonnenschutz fürs Haar, aber nur bis zu einem gewissen Grad. Vor allem helles, empfindliches oder behandeltes Haar profitiert daher von zusätzlicher Pflege und Schutz, sei es durch Leave-ins mit UV-Filter, leichte Sprays oder auch Styleaccessoires wie Hüte und Tücher.

Weniger Haare im Alter- Worauf du achten solltest

Dünner werdendes Haar im Alter ist kein unabwendbares Schicksal, sondern eine Einladung, Pflege und Styling an neue Bedürfnisse anzupassen. Mit dem richtigen Verständnis für die biochemischen Prozesse, die in deinem Körper stattfinden, kannst du gezielt gegensteuern. Neben sanften Pflegeroutinen und einer ausgewogenen Ernährung gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Haarwachstum zu unterstützen oder den Haarverlust zu verlangsamen:

  • Pflege, die feines Haar im Alter stärkt: Bei dünner werdendem Haar ist es wichtig weniger zu beschweren und mehr zu stärken. Verwende leichte, volumengebende Shampoos und Conditioner, die das Haar nicht platt machen. Inhaltsstoffe wie Panthenol, Proteine oder pflanzliche Extrakte können die Haarstruktur aufpolstern. Spezielle Haarseren oder Tonics mit Koffein oder Niacinamid können die Haarwurzeln zusätzlich stimulieren.

    Viele Salons bieten zusätzlich ein Longevity Treatment speziell für die Kopfhaut an. Diese Behandlung bringt die Kopfhaut wieder in Balance und beugt dem Alterungsprozess vor. Übrigens altert die Kopfhaut circa sechs mal schneller als die Haut des Körpers (mit Ausnahme des Gesichtes). Daher solltest du die Kopfhautpflege auf keinen Fall vernachlässigen.

  • Vorsicht beim Styling mit Hitze: Da feines Haar empfindlicher auf Hitze reagiert, solltest du beim Föhnen, Glätten oder Locken auf moderate Temperaturen setzen und immer einen Hitzeschutz verwenden. Lufttrocknen oder das Föhnen mit kühler Luft sind schonende Alternativen, die den Haarfasern weniger Feuchtigkeit entziehen. Natürlich kannst du auch mit einem Föhn deinen Haaren extra Volumen verpassen, dabei aber immer auf die Temperatur achten.

    Grundsätzlich gilt, das sich moderate Hitze zum Stylen tendentiell besser eignet. Zu hohe Hitze lässt die Haare schneller austrocknen. Dein Haar ist dann weniger geschmeidig und lässt sich schlechter in Form bringen.

  • Eine gesunde Kopfhaut ist eine glückliche Kopfhaut: Eine gute Durchblutung der Kopfhaut ist entscheidend, damit Haarfollikel ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden. Im Alter kann die Mikrozirkulation nachlassen, was das Haarwachstum zusätzlich bremst. Massagen der Kopfhaut, gezielte Pflegeprodukte mit durchblutungsfördernden Inhaltsstoffen und eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eisen, Zink, Biotin und Omega-3-Fettsäuren können hier unterstützend wirken.

    Auch Kälte kann für das Haar wahre Wunder bewirken. Dieses Prinzip nutzt man sogar in der Medizin: Während einer Chemotherapie kommen spezielle Kältehauben zum Einsatz, die helfen, den Haarausfall durch die aggressive Behandlung zu verringern. Die niedrigen Temperaturen verengen die Blutgefäße in der Kopfhaut, sodass weniger Wirkstoff an die Haarwurzel gelangt, ein interessantes Beispiel dafür, wie Kühlung gezielt eingesetzt werden kann, um Haarfollikel zu schützen.

    Neben der Kälte sind auch innovative Technologien auf dem Vormarsch, die die Kopfhaut sanft, aber wirkungsvoll stimulieren. Besonders spannend sind spezielle Rotlicht-Helme oder -Mützen, die mit gezielten Lichtimpulsen die Regeneration der Kopfhaut unterstützen können. Ebenso vielversprechend ist die Elektrostimulation, die Stammzellen in der Kopfhaut aktiviert und so das Haarwachstum anregen soll.

    So eröffnen sich immer mehr Möglichkeiten, das Haar nicht nur von außen zu pflegen, sondern direkt an der Quelle.

  • Der richtige Cut macht den Unterschied: Ein guter Haarschnitt ist bei dünnem Haar Gold wert. Stufige Schnitte schaffen optisch mehr Volumen, während zu lange, glatte Längen das Haar eher schlaff wirken lassen. Am besten du lässt dich da von einem Profi beraten. Dieser kann dir einen Haarschnitt empfehlen, der deinen Haaren mehr Volumen gibt und zu deiner Gesichtsform und deiner Haarstruktur passt. Stramme Zöpfe oder enge Hochsteckfrisuren solltest du vermeiden, sie strapazieren deine Haarwurzeln zusätzlich.

  • Mehr Volumen durch Color: Auch Haarfarbe kann unterstützend wirken. Denn hellere Bereiche oder hellere Strähnen auf einer dunkleren Basis heben sich voneinander ab und erzeugen so optisch Volumen. Blondierte oder aufgehellte Strähnen sind rauer und griffiger und können feinem Haar so mehr Volumen geben. Sie nehmen auch Fett etwas besser auf, so wirken die Haare nicht ganz so schnell platt, da das Fett sich nicht so gut auf der Haaroberfläche absetzen kann.

  • Verwende die passenden Produkte beim Styling: Volumenschaum, Trockenshampoo und texturgebende Sprays können den Ansatz anheben und für griffige Fülle sorgen.

  • Achte auf deine Ernährung: Für gesundes Haar braucht dein Körper eine optimale Versorgung mit Nährstoffen wie Eisen, Zink, Kupfer, Biotin, Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren und Aminosäuren. Sie unterstützen die Bildung von Keratin und Kollagen, doch mit zunehmendem Alter nimmt die Aufnahme dieser Stoffe ab und das kann die Haarqualität spürbar beeinflussen.

    Silizium ist ein oft unterschätztes Spurenelement und zugleich ein echter Beauty-Booster für gesundes Haar. Mit zunehmendem Alter sinkt der Siliziumgehalt im Körper, während unsere Ernährung den Bedarf oft nicht ausreichend deckt. Dabei ist es entscheidend für kräftiges, glänzendes Haar, da es die Struktur von innen stärkt und für mehr Fülle und Vitalität sorgt. Studien zeigen sogar, dass eine gezielte Zufuhr die Haardicke verbessern und dem Haar neuen Glanz schenken kann.

    Nahrungsergänzungsmittel können auch eine gute Ergänzung sein. Es gibt sogar spezielle Haarvitamine, die alles enthalten, was dein Haar benötigt. Dein Hausarzt kann ein Blutbild erstellen lassen, um mögliche Nährstoffmängel zu erkennen.  

"Mein Geheimtip und absoluter Gamechanger: Gerstengras! Eine Kur mit Gerstengras über mindestens drei Monate oder länger, kann wahre Wunder für Vitalität und Haarfülle bewirken.

Ebenso wichtig ist es, die Leber regelmäßig zu entlasten. Denn Haare und Kopfhaut sind ein Spiegel innerer Balance: Je stärker der Körper mit Schadstoffen belastet ist, desto deutlicher zeigen es die Haare."

- Björn Hartung, Douglas Haircare Experte

Ein Mann mit Brille, Schnurrbart und grauem Hemd mit gekreuzten Armen, der selbstbewusst in die Kamera blickt.

Unser Haircare Experte

Björn Hartung, Friseur und Stylist

Björn bringt über 25 Jahre Erfahrung in Cut, Color und Care mit. In seinem Düsseldorfer Salon „Stresemann“ stylt, färbt und schneidet er seit mehr als 17 Jahren. Er schenkt seinen Kund*innen nicht nur neue Looks, sondern auch ein neues Lebensgefühl. Haircare ist seine Leidenschaft: Was einst als klassisches Handwerk begann, wurde zu einer Berufung, die weit über Schere und Föhn hinausgeht. Neben seinem Beruf unterstützt er Menschen als Breathwork-Experte dabei, ihre innere Balance zu finden.

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Literaturangaben:

[1]: Wickett, R. & Kossmann, E & Barel, A & Demeester, N & Clarys, P & vanden berghe, Dirk & Calomme, Mario. (2008). Effect of oral intake of choline-stabilized orthosilicic acid on hair tensile strength and morphology in women with fine hair. Archives of dermatological research, Issue 299 (10), S. 499-505.

[2]: Zschocke, Ina & Radtke, Marc & Cummerow, R. & Dibbern, N. & Blome, Christine & Augustin, Matthias. (2007). A pilot study on the efficacy of silicium gel on the thickness of hair in healthy women with thin hair. Kosmetische Medizin, Ausg. 28 (6), S.283-287.