
Haarfarbe für weiße Haare
Weiße Haare sind ein unabdingbarer Teil unseres Lebens. Mit der passenden Tönung oder Coloration lassen sie sich sanft veredeln, harmonisch betonen oder kreativ in Szene setzen.
Informationen geprüft und erstellt in Kooperation mit Friseur und Hairstylist Björn Hartung aus Düsseldorf.
Inhalte im Überblick
Kurz & Knapp
Weißes Haar ist farblos, der weiße Schimmer entsteht durch Lichtstreuung.
Tönungen verleihen sanften Schimmer, Pastelltöne oder Grey Blending, halten nur wenige Wäschen.
Intensivtönungen halten länger, dringen leicht ein und bieten bis zu 70 Prozent Deckkraft.
Colorationen decken weiße Haare dauerhaft ab, auch bei Strähnen.
Blondierungen hellen pigmentiertes Haar auf oder neutralisieren Gelb- und Grünstiche.
Pflanzenfarben erfordern Erfahrung; bei Laien entstehen oft unnatürliche Ergebnisse.
Pastelltöne lassen sich mit Conditioner-Tonern zu Hause nachführen, Intensivtönen und Färben brauchen Profi-Know-how.
Haarfarbe für weiße Haare: So findet man den richtigen Ton
Weiße Haare sind meist eine Folge des Alters, können aber auch genetisch bedingt schon früh auftreten, irgendwann haben wir sie alle. Weiße Haare entstehen, wenn die Haarwurzel, genauer gesagt die Melanozyten in den Haarfollikeln aufhören Pigmente zu produzieren. Normalerweise enthalten Haare Melanin, das ihnen ihre natürliche Farbe verleiht: viel Eumelanin sorgt für dunkle Haare, wenig Eumelanin für blonde, und Phäomelanin für rötliche Nuancen. Wenn unsere Melaninproduktion nachlässt, erscheint das Haar zunächst grau, da pigmentierte und unpigmentierte Haare nebeneinander wachsen. Stoppt die Produktion vollständig, wächst das Haar transparent, und weil es das Licht reflektiert, wirkt es weiß. Weiße Haare können ein Statement setzen und wirken elegant und zeitlos, viele von uns entscheiden sich jedoch dafür, den weißen Haarschimmer mit einer Tönung zu veredeln oder ganz zu färben. Entscheidend ist, Nuancen zu wählen, die das Haar zum Leuchten bringen, den eigenen Stil unterstreichen und natürlich wirken.
Weißes Haar tönen oder färben?
Eine Tönung oder ein Toner wirkt wie eine pflegende Umarmung für das Haar. Sie legt sich sanft um jede einzelne Strähne, verleiht Glanz und Frische und eignet sich perfekt für zarte Nuancierungen, sanftes Blending, Pastelltöne oder leichtes Shading. Das Haar bleibt geschmeidig, gepflegt und erhält dennoch eine elegante Veredelung des Farbtons.
Die Intensivtönung geht einen Schritt weiter. Auch sie ist pflegend, dringt jedoch leicht in die Haarstruktur ein und sorgt so für eine intensivere Farbtiefe. Weißes Haar wird dabei bis zu siebzig Prozent abgedeckt. Das Ergebnis wirkt harmonisch und natürlich, der Ansatz wächst weich und unauffällig heraus.
Eine klassische Haarfarbe verändert die Haarstruktur stärker. Zwar enthalten moderne Farben ebenfalls pflegende Inhaltsstoffe, doch sie öffnen das Haar, bauen Pigmente ab und lagern neue ein. Dadurch entsteht ein intensives, dauerhaftes Farbergebnis, das allerdings auch mit etwas mehr Beanspruchung für das Haar verbunden ist.
Die Faustregel lautet: Wann immer das gewünschte Ergebnis, also eine leichte Nuancierung oder ausreichende Deckkraft, auch mit einer Tönung oder Intensivtönung erzielt werden kann, ist das die sanftere Wahl. Erst wenn ein hundertprozentiger Weißanteil, selbst in einzelnen Strähnen, vollständig abgedeckt werden soll, kommt die Haarfarbe zum Einsatz.
Auch bei den chemischen Entwicklern zeigt sich der Unterschied. Toner und klassische Tönungen benötigen keinen Entwickler, da sie auf Pflege- oder Conditionerbasis mit direktziehenden Pigmenten arbeiten, die sich lediglich um das Haar legen. Intensivtönungen enthalten hingegen sanfte Oxidationsmittel mit 1,9, 3 oder 4 Prozent, die das Haar leicht öffnen und Pigmente im Inneren verankern, während weitere Pigmente das Haar von außen umhüllen. Bei Haarfarben werden stärkere Entwickler mit 6 oder 9 Prozent Wasserstoffperoxid verwendet. Sie bewirken eine deutlichere Quellung der Haarstruktur, wodurch mehr Pigmente tief im Haar fixiert werden. Das Ergebnis ist eine intensive, langanhaltende Farbbrillanz mit hoher Deckkraft.
"Weißes Haar ist eigentlich farblos. Da ihm Farbpigmente fehlen, bleibt das Keratin transparent. Der weiße oder silbrige Schimmer entsteht durch Lichtstreuung in der feinen Haarstruktur, ähnlich wie bei Milch, Schnee oder Glasfasern. Wie bei Milch, die durch gestreutes Licht weiß wirkt, erscheint auch unpigmentiertes Haar nur wegen des reflektierten Lichts weiß. In Wahrheit ist es glasklar und das Licht lässt es erst weiß schimmern."
- Björn Hartung, Douglas Haircare Experte
Weiße Haare tönen: Kontraste durch zartes Farbspiel
Der Unterschied zwischen Haare tönen / intensiv Tönen und färben ist, wie die Farbe von dem Haar aufgenommen wird. Im Gegensatz zum Haare färben, dringt die Farbe bei einer Tönung nicht in den Haarschaft ein und bei einer Intensivtönung nur bedingt, ist somit schonender.
Tönungen schenken dem Haar sanften Farbschimmer und sorgen für weiches Grey Blending. Sie veredeln den Look, bringen Glanz und eignen sich, um neue Nuancen wie zarte Pastelltöne auszuprobieren. Da sie sich nach wenigen Wäschen auswaschen, sind sie ideal für flexible Farbveränderungen.
Intensivtönungen wirken ähnlich, halten jedoch länger, da sie leicht ins Haar eindringen. Sie sind perfekt, wenn der Ton dunkler werden oder bis zu 70 % Deckkraft erzielt werden soll, ohne das Haar vollständig zu färben.
Colorationen bieten dauerhafte Ergebnisse und decken weiße Haare zu 100 % ab – auch bei Strähnenvarianten.
Blondierungen hellen pigmentierte Haare auf oder neutralisieren unerwünschte Gelb- oder Grünstiche, die durch Nikotin, Mineralien oder alte Farbreste entstehen können.
Chelating-Behandlungen reinigen tief und entfernen Ablagerungen wie Chlor oder Kupfer, die weißen Haaren einen Gelb- oder Grünstich verleihen. Das Ergebnis ist klares, reines Haar mit strahlendem Glanz.
Je nach Komplexion gibt es bestimmte Farben die schmeichelhafter wirken:
Zarte Blondtöne für weiche Übergänge: Pastell- oder Aschblond sind ideale Nuancen, wenn weiße Haare sanft umspielt werden sollen. Sie schaffen harmonische Übergänge, wirken frisch und verleihen Leichtigkeit. Besonders für helle Hauttypen sind diese Farbvarianten eine schmeichelhafte Wahl, die Coolness und Natürlichkeit ausstrahlt. Auch ins pink gehende oder “Butterblonde”-Nuancen sind momentan aktuell und können eine leichte Farbigkeit einbringen.
Brünette Raffinesse: Helle Schokoladen- oder Haselnusstöne setzen subtile Kontraste und geben dem Haar Tiefe, ohne zu hart zu wirken. Sie sind perfekt für alle, die weiße Haare elegant integrieren möchten, ohne den Gesamteindruck zu dominieren. Wichtig ist, auf zu warme Nuancen zu verzichten, damit das Ergebnis edel und authentisch bleibt.
Mut zur Farbe: Weiße Haare bieten die perfekte Leinwand für kreative Farbspiele. Zarte Pastelltöne wie Rosé oder Flieder wirken verspielt, während kräftige Nuancen wie Rubinrot oder Violett für einen glamourösen Look sorgen. Bei diesen kräftigen Tönen sollte aber immer abgewogen werden, ob das Ergebnis nicht zu extrem wirkt und die Kontraste nicht zu harsch werden. Wer sich für diese knalligen Varianten entscheidet, sollte sein Make-up und seine Kleidung darauf abstimmen und seinen Farbtyp kennen. Diese Varianten eignen sich besonders für Menschen, die ihre Individualität mit einem klaren Fashion-Statement unterstreichen möchten.
"Manche Asch-Nuancen wirken grünlich und lassen weißes Haar schnell wie Erbsensuppe aussehen. Besser sind kühle Aschtöne mit blauem oder anthrazitfarbenem Unterton. Das Gleiche gilt für rötliche Braunvarianten, die oft stumpf wirken. Ein brauner oder bläulicher Unterton sorgt hier für ein eleganteres Ergebnis.
Ein tiefes Schwarz oder kühles Dunkelbraun kann zwischen weißen Partien besonders edel wirken und ein markantes Salz-und-Pfeffer-Statement setzen, mondän wie bei Cruella de Vil.
Farben im weißen Haar brauchen Ausdruck. Entweder setzt man auf klare Kontraste und starke Akzente oder man bleibt bewusst im soften, schimmernden Bereich. Alles dazwischen wirkt schnell beliebig und verliert an Charakter."
- Björn Hartung, Douglas Haircare Experte
Sind Pflanzliche Farben besser für weißes Haar?
Das ist ein eigenes Thema für sich und verdient eine genauere Betrachtung. Pflanzenfarbe gilt oft als schonender, doch bei weißem Haar kommt es auf die Details an. Weißes Haar hat besondere Ansprüche und reagiert unterschiedlich auf die in Naturhaarfarben enthaltene Gerbsäure. Bei porösem Haar kann die Säure kurzfristig für Geschmeidigkeit sorgen und das Haar gleichzeitig stark und fest wirken lassen. Unter der Oberfläche sieht es jedoch häufig rauer aus, weil Pflanzenfarbe nicht die pflegenden Inhaltsstoffe enthält, die alkalische Haarfarben bieten. Nach mehreren Haarwäschen kann das Haar deshalb wieder rauer wirken und ausgeblichener aussehen.
Die meisten Pflanzenfarben aus dem Drogeriebereich halten einem fachlichen Blick kaum stand. Oft wirkt das Ergebnis so, als hätte man sich Mühe gegeben, es reicht jedoch nicht aus. Im Salon kann der Experte selbst bei Pflanzenfarben gezielt auf Haarstruktur, Textur und Ausgangsfarbe eingehen.
Für Laien ist das Thema sehr komplex, da Faktoren wie Einwirkzeit, Porosität und Haarzustand schwer einzuschätzen sind. Häufig entsteht der Eindruck, das Ergebnis sei so gewollt, wenn das Haar zu dünn wirkt, die Farbe nicht ausreichend deckt oder zu rot oder zu dunkel erscheint. In den meisten Fällen handelt es sich jedoch um Anwendungsfehler, die als Ergebnis hingenommen werden, weil angenommen wird, dass Pflanzenfarbe eben so wirkt. Im Salon lässt sich das Ergebnis deutlich präziser und erfolgreicher erzielen.
„Für Pastelltöne oder Schimmer empfehlen wir Toner auf Conditioner-Basis, die zu Hause nachgeführt werden können, da sie rückstandsfrei auswaschbar sind. Intensivtönen und Färben auf weißem Haar ist deutlich anspruchsvoller, weil jede Farbe exakt so erscheint wie in den Pigmenten vorgesehen. Ohne Fachwissen entstehen oft platte, gefärbt wirkende Ergebnisse. Wer ein natürlich veredeltes Ergebnis möchte, braucht Erfahrung – es ist eine Königsdisziplin.“
- Björn Hartung, Douglas Haircare Experte
Weißes Haar veredeln statt verstecken
Natürlich kann man sich auch für das weiße Haar entscheiden. Entscheidend für einen edlen Look ist dabei die richtige Pflege für weißes Haar. Weißes Haar lässt sich durch Glossings oder Tönungen mit kühlen Silber- und Platinreflexen aufwerten. Auch Gold-, Chamapgner- oder Kupfertöne eignen sich dafür. Diese neutralisieren gelbliche Untertöne und schenken der Frisur einen gleichmäßigen, luxuriösen Glanz. So bleibt die Natürlichkeit erhalten und wird gleichzeitig mit einem modernen Finish perfektioniert.

Unser Haircare Experte
Björn Hartung, Friseur und Hairstylist
Björn bringt über 25 Jahre Erfahrung in Cut, Color und Care mit. In seinem Düsseldorfer Salon „Stresemann“ stylt, färbt und schneidet er seit mehr als 17 Jahren. Er schenkt seinen Kund*innen nicht nur neue Looks, sondern auch ein neues Lebensgefühl. Haircare ist seine Leidenschaft: Was einst als klassisches Handwerk begann, wurde zu einer Berufung, die weit über Schere und Föhn hinausgeht. Neben seinem Beruf unterstützt er Menschen als Breathwork-Experte dabei, ihre innere Balance zu finden.












